Ausgebildete indische Pflegekräfte möchten gerne in Siegen-Wittgenstein arbeiten – CDU unterstützt Initiative

08.09.2022

Mit der „Arbeitsmarktsituation Pflege“ beschäftigte sich aktuell die Bundesagentur für Arbeit (Mai 2022) und unterstreicht erneut den „deutlich bestehenden Fachkräfteengpass“. Als Reaktion darauf seien auch verstärkt Pflegende aus dem außereuropäischen Ausland in den Blick genommen worden.
„Die Anwerbung ausländischer Fachkräfte ist ein richtiger Schritt und wichtiger Baustein zur Fachkräftesicherung in der Pflege,“ zeigt sich ebenso Anke Fuchs-Dreisbach CDU-MdL überzeugt. Darauf weise auch die im Frühjahr veröffentlichte Studie „Berufseinmündung und -verbleib in der Pflege in Nordrhein-Westfalen“ hin. Durch die Zentralisierung der Anerkennungsverfahren bei der Bezirksregierung Münster habe die Landesregierung einen wichtigen Schritt unternommen, um die Verfahren schneller zu gestalten und Hürden abzubauen.
„Wir finden es bedeutsam, wenn diese Beschleunigung uns jetzt in Siegen-Wittgenstein hilft, weitere Pflege-Unterstützung zu erhalten,“ so Gabriele Stinner, Sprecherin der CDU im Gesundheits- und Sozialausschuss des Kreises. Denn durch ihre Mitwirkung bemühen sich gerade 13 Inderinnen um eine Pflege-Tätigkeit in Siegen-Wittgenstein.
Die Initiative geht auf den Kontakt von Gabriele Stinner mit Pater Antony (Freudenberg) von der Pfarrei „Heilige Familie“ (Pastoraler Raum Siegen-Freudenberg) zurück. Der Seelsorger stammt ebenfalls aus Indien und gehört dem Karmeliter-Orden an: „In meinem Heimatland werden Krankenpflegefachkräfte über den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet. Sie sind aus diesem Grund oft ohne berufliche Perspektive.“ Sein Orden, mit dem er nach wie vor im engen Austausch stehe, habe wiederum Verbindung zu Bewerberinnen, die dort in ihrer Heimat keine Anstellung fänden und daher großes Interesse hätten, hier in der Region ihren Beruf als Krankenpflegefachkraft auszuüben. Diese jungen Menschen fördert der Orden und begleitet sie auf dem schwierigen Weg zur Arbeitsaufnahme in Drittländern.
Er weiß, dass sich alle sehr gerne hier in der Pflege einsetzen würden. „Alle nehmen aktuell am Deutschkurs zur Erreichung des Zertifikats B2 teil.“ Eine Bewerberin habe den Sprachkurs Deutsch mit der Qualifikation B2 bereits abgeschlossen.
„Wir freuen uns sehr, dass Pater Antony hier als Kontaktperson vor Ort zur Verfügung steht,“ so Gabriele Stinner. Eine solche Verbindung sei auch nachher für die Integration sehr wertvoll, damit die Inderinnen nicht nur ihren Beruf ausfüllen könnten, sondern sich hier schnell heimisch und anerkannt fühlen.
In diesem Zusammenhang weist Hermann-Josef Droege, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag, auf einen weiteren generellen wesentlichen Baustein für eine gute Pflege hin: “Die Ergebnisse der NRW-Pflege-Studie verdeutlichen einmal mehr, dass es dafür gute Arbeitsbedingungen braucht. Hier sind alle Beteiligten gefordert, sich für entsprechende Rahmenbedingungen einzusetzen und diese weiter zu verbessern. Wir befinden uns also absolut im Gleichgang mit der Landesregierung.“
Der Anteil in der Pflege Beschäftigter ohne deutsche Staatsangehörigkeit steigt nach Hinweisen der Bundesanstalt für Arbeit. Lag deren Anteil 2016 noch bei gut sieben Prozent, so hat er sich bis 2021auf gut 13 Prozent erhöht. Ab 2020 seien im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes neue Perspektiven für Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern geschaffen worden. „Dadurch wird die Zuwanderung für Menschen mit anerkannter Berufsausbildung auch im Bereich Pflege erleichtert. Pater Antony eröffnet uns eine tolle Chance, die wir dankbar und engagiert nutzen sollten,“ so Landtagsabgeordnete Fuchs-Dreisbach.